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AGO Hydroair GmbH unterstützt das Forschungsvorhaben Luftblasen gegen Plastikmüll

Eine Großstadt wie Berlin schwemmt jeden Tag eine Plastikmenge von geschätzt 540.000 Tüten in die Gewässer. Obwohl das Müllschiff der Berliner Senatsverwaltung regelmäßig auf Plastikfang geht, gelangen trotzdem jede Menge an Kunststoffteilchen in Flüsse, Seen und letztendlich ins Meer. Ein Student der TU Berlin kam jetzt auf die Idee, Plastikmüll durch eine Luftdrucksperre an „Gewässer-Hotspots“ aufzuhalten und einzufangen. Eine erste Pilotanlage wurde mit Unterstützung der Berliner Firma AGO Hydroair GmbH am Berliner Nordgraben in der Nähe der Panke aufgebaut.

Auf den ersten Blick ist am Berliner Nordgraben nicht viel zu sehen. Erst wenn der studierende Schiffs- und Meerestechniker Phillip Ehrhorn am Ufer den Kompressor anwirft, steigen auf der Tiefe des Gewässers viele kleine Luftblasen aus einem Düsenrohr auf. Wie an einer Schnur aufgereiht zeigen sich die Luftblasen an der Wasseroberfläche. Damit stoppt Phillip Ehrhorn Plastikmüll. Denn die Mengen steigen in unseren Gewässern beängstigend an: „Ich glaube, dass das Problem in Deutschland größer ist, als den meisten bewusst ist. Man hat üblicherweise Bilder von großen Plastikteppichen in Asien im Kopf (…).“

Um den Plastikmüll aus dem Berliner Nordgraben zu holen, wird das Prinzip der Druckluftblasentechnik genutzt.

Die Firma AGO Hydroair GmbH nutzt diese Technik um beispielsweise Flüsse eisfrei zu halten oder Ölteppiche zu stoppen. Phillip Ehrhorn hat es für den Plastikfang entdeckt: „Ich habe einen elektrisch betriebenen Kompressor, der die Druckluft erzeugt. Über einen Schlauch ist das sogenannte Düsenrohr angeschlossen. Auf diesem Rohr sind viele kleine Bohrungen, aus denen die Druckluft austritt. Dann werden über die gesamte Länge des Rohrs Luftblasen in das Gewässer eingebracht. Dadurch entsteht dieser Vorhang, der aufsteigt und die Barriere für dieses Plastik bildet.“

Ein Luftblasenvorhang, der Plastik stoppt. Durch die aufwärts strömenden Blasen kommen die Kunststoffteilchen zunächst an die Wasseroberfläche. Da das Düsenrohr unter Wasser diagonal zur Hauptstromrichtung des Nordgrabens liegt, wird der Plastikmüll anschließend an den Uferrand geleitet und dort aufgefangen. Die Ergebnisse sind erstaunlich. Von Styropor über Bonbonpapier, aber auch Fragmente, die gar nicht mehr zu identifizieren waren, war alles dabei. Auch die Menge war enorm: In einem Zeitraum von über eineinhalb Stunden sammelten sich über 300 Teile Mikroplastik und zusätzlich eine Handvoll Makroplastik, die größer als fünf Millimeter waren. Das ist eine relativ große Menge für so ein kleines Gewässer.“

Das Know-How funktioniert. Künftig muß das Auffangen für den Plastikmüll noch verbessert werden. Im Moment ist das noch ein provisorischer engmaschiger Drahtkäfig.
Zukünftig wird an einem schwimmenden Auffang gearbeitet, der mit dem Wasserspiegel mitgeht. Ein langsam drehendes Förderband soll dann das Plastik langsam herausholen.

Das ganze Projekt wird auch von der Berliner Initiative „Stop Micro Waste“. Eine non-profit-Organisation, die unter anderen diese Anlage bekannt machen will, meint Vorsitzender Alexander Nolte: „Im Moment geht es darum, viel zu lernen. Die Fische müssen durchkommen, die Samen müssen durchkommen. Gleichzeitig muss das Plastik zurück gehalten werden. Dass man am Ende ein Paket hat, wo man sagt, ich versuche es an der Weser, ich versuche es an einem Fluss in Rio, wo der Verschmutzungsgrad noch größter ist als bei uns und lerne, wo das ganze hinführt. Die ersten Tests sind viel versprechend. Man muss schauen, wo es hingeht.“

Phillip Ehrhorn sieht vor allem in Großstädten wie Berlin großen Bedarf für seine Anlage. Sie kann auch Aufschluss darüber geben, wie viel Plastik eigentlich über unsere Flüsse in die Meere gelangt.

Als Speziallisten für die Anwendung der Druckluftblasentechnik hat die AGO Hydroair GmbH diese Versuchsreihe gerne mit Ausrüstung und Manpower zur Verfügung gestellt.
Das war ein kleiner Schritt für uns, aber vielleicht ein größerer Schritt zur Lösung des Problems Plastikmüll aus unseren Gewässern, zumindest teilweise, zu entfernen.

Wir stehen für diese Herausforderung gerne weiterhin mit Rat und Tat zu Verfügung.

(Quelle: tw. Interview Inforadio rbb/WissensWerte)